In Bezug auf meinen gestrigen Bericht: Die unklimatisierte Regionalbahn wird jedoch noch von der unklimatisierten S-Bahn getoppt. Da kann ich nur folgendes Horrorszenario beschreiben:
Abendverkehr, 36 Grad und in Frankfurt Niederrad steht eine Menschentraube wartend auf die nächste S-Bahn S8, die schon einige Minuten Verspätung hat.
Nach langem Warten in der Hitze fährt die S-Bahn ein und jeder versucht sein Glück, noch einen guten Platz in der S-Bahn zu bekommen. Doch die meisten erwartet ein Stehplatz! Jetzt startet wieder das Experiment, wie stark kann man drängeln, um noch in die S-Bahn zu gelangen. Auf den ersten Blick hat es den Anschein, als müssten ein paar Reisenden die nächste S-Bahn nehmen. Aber das täuscht, denn mit viel Gequetschte geht das schon. So stehen eben alle dicht Körper an Körper. Kuschelig warm bei 36 Grad. Das ein oder andere Mal zuckt man zusammen, weil gerade etwas Nasses den Arm, die Hand oder das Bein berührt hat. Gerade bei der Hitze ist das wahrlich kein Spaß.
Doch gesteigert werden die Panikgefühle als die S-Bahn kurz nach der Unterführung in die untere Ebene des Hauptbahnhofes im Tunnel stehenbleibt. Eine Durchsage: Leider kommt es aufgrund von Betriebsstörungen zu einer kurzen Wartezeit. 3 Minuten – 5 Minuten – die Hitze steigt noch an – keine Bewegungsfreiheit – 7 Minuten – das Wort “heiß” und “schwül” sind die meistgesagtesten Worte – 8 Minuten -Schweißperlen auf der Stirn und Nase – 9 Minuten – unfreundliche benachbarte Fahrgästen – es herrscht eine große Anspannung im Zug – 10 Minuten – Gefühle ähnlich, als hätte man einen Marathonlauf hinter sich – 11 Minuten – Sind wir steckengeblieben? – 12 Minuten – Wer hat ein Getränk hier – neidische Blicke – 13 Minuten – leichte Schwindelgefühle, großes Unbehagen- 14 Minuten – Beklemmungen, Panikattacken – Sauerstoff?? Nach 14,5 Minuten geht die Reise begleitet von Erleichterungs-Seufzern weiter und man hat wirklich ein Abenteuer erlebt!
Aber die Anzahl der klimatisierten Züge steigt ja immer mehr und bei längerer Fahrt kühl der Wind durch das offene Fenster ja auch angenehm…
Bild: Fotolia


Am 15. Juni 2007 um 20:22 Uhr
Das kommt aber immer auf die Nachbarn im Zug an. Oft ist es wirklich ätzend bei so einer Hitze so nahe zu sein. Wobei die Frauen grundsätzlich empfindlicher bei Hitze sind, obwohl sie im Sommer sehr luftig angezogen sind. Wir Männer haben den kompletten Anzug mit Jacket an. Da müssen wir eindeutig mehr schwitzen.
Das ist besser als Speeddating. In 14,5 Minuten kann man sich schon einiges erzählen. Vielleicht wünscht man sich dann auch, dass es 30 Minuten werden. Man kann aus jeder Situation das Beste herausholen und das Leben genießen
Was aber wenn man als Mann von lauter netten Mädels in der S-Bahn eingekesselt ist. Da kann das ganze schon stark erotisierend wirken
Es könnte auch wie folgt ablaufen: 3 Minuten – 5 Minuten – die Hitze steigt noch an – keine Bewegungsfreiheit aber erste geschmeidige Hautkontakte – 7 Minuten – die Luft wird heißer und die Leute kommen sich näher. Jetzt riecht man deutlich eine Mischung aus verschieden Parfüms von einer Traube von Frauen. – 8 Minuten – Die Leute brennen innerlich und empfinden genießen den Augenblick. Man kommt sich näher und macht erste Witze – 9 Minuten – die ersten Telefonnummern werden ausgetauscht und Lustgefühle kommen auf – 10 Minuten – Es ist wie auf der Tanzfläche in der Disco, wenn es mal wieder übervoll ist und eines der aktuellen Hits gespielt wird. Man tanzt sich förmlich an und ähnlich ist es auch in der S-Bahn 11 Minuten – Voll in Gedanken, kommt keiner auf die Idee, dass die S-Bahn steckengeblieben ist. Vertieft in den ersten Flirts ist die kleine Pause trotz der Hitze willkommen – 12 Minuten – Ich gebe eine Runde Eiswürfel aus, die ich zufällig noch in meiner Kühltasche dabei habe. – Damit reiben sich dann die ersten ein – neidische Blicke – 13 Minuten – Alle fühlen sich trotz der Enge stark verbunden und erste Storys werden ausgetauscht – auch wenn inzwischen alles zusammenschmilzt – es ist ein Gefühl von Geborgenheit – 14 Minuten – Man berührt zwischendrin immer mal wieder obwohl es ein feuchte Angelegenheit ist – Nach 14,5 Minuten geht die Fahrt weiter und alle sagen sich – Schade eigentlich… Zum Glück hat man sich aber ausgetauscht und Spaß gehabt. Und was war eigentlich passiert?
Am 15. Juni 2007 um 22:45 Uhr
Alexander, was hast Du nur für Gedanken. Denken alle Männer so?
Am 15. Juni 2007 um 23:49 Uhr
Jeder ist anders. Ich bin einfach nur gerade gut drauf